Erkennst du die Frau im Spiegel noch?

Erkennst du die Frau, die dir im Spiegel entgegenblickt?
Oder bist du zu einer Version von dir geworden, die du selbst kaum noch richtig greifen kannst?


Du funktionierst.
Du stehst auf, kümmerst dich, organisierst, reagierst, denkst mit, hältst zusammen.
Von außen sieht es oft so aus, als würdest du alles ganz gut schaffen. Vielleicht sagen andere sogar, wie beeindruckend sie finden, was du jeden Tag leistest.
Aber in dir fühlt es sich oft ganz anders an.

Du siehst eher das, was noch nicht geschafft ist.
Das, was besser laufen müsste.
Das, was du noch optimieren könntest.

Und irgendwann wird aus Alltag etwas, das sich nur noch nach Abarbeiten anfühlt.

Ein Tag nach dem anderen.
Eine Aufgabe nach der nächsten.
Immer in der Hoffnung, irgendwann an den Punkt zu kommen, an dem wieder mehr Raum ist. Für Ruhe. Für Leichtigkeit. Für dich.

Vielleicht stehst du da mit einem Leben, das du dir eigentlich immer gewünscht hast und trotzdem fühlt es sich nicht wirklich nach dir an.

Man verliert sich nicht immer laut.
Oft passiert es ganz leise.

Nicht von heute auf morgen.
Sondern mitten im Funktionieren.
Mitten in Verantwortung, Gewohnheiten, To-do-Listen und all den Dingen, die scheinbar einfach dazugehören.
Und natürlich ist daran nichts falsch.

Es ist nichts falsch daran, Mama zu sein.
Nichts falsch daran, für andere da zu sein.
Nichts falsch daran, ein schönes Zuhause zu wollen und Verantwortung ernst zu nehmen.

ABER du bist eben trotzdem mehr als das.

Mehr als die, die mitdenkt.
Mehr als die, die organisiert.
Mehr als die, die alles zusammenhält.

Letztens hat mich eine Freundin gefragt, ob ich eine Frau in meinem Umfeld kenne, die wirklich ein Hobby hat und dem auch regelmäßig nachgeht.
Und ich musste kurz überlegen. Nicht, weil Frauen keine Interessen hätten.
Sondern weil in vielen Leben kaum noch etwas Platz hat, das keinen Zweck erfüllen muss.
Nichts, das produktiv sein muss.
Nichts, das für andere da ist.
Nichts, das einfach nur dir gehört.

Vielleicht ist genau das der Punkt.

Vielleicht fehlt gar nicht nur ein Hobby.
Vielleicht fehlt etwas, das dich an dich selbst erinnert.

Etwas, das nicht geleistet werden muss.
Etwas, das nicht nützlich sein muss.
Etwas, das dich wieder spüren lässt, wer du jenseits deiner Rollen eigentlich bist.

Denn manchmal merkt man erst spät, dass man zwar noch da ist, aber innerlich kaum noch vorkommt.


Vielleicht geht es gar nicht darum, wieder die Frau von früher zu werden.
Du hast dich verändert. Natürlich hast du das.
Du hast erlebt, getragen, geliebt, durchgestanden.

Aber vielleicht ist es an der Zeit, der Frau, die du heute bist, wieder etwas näherzukommen.

Nicht der Version, die einfach nur funktioniert.
Sondern der echten.
Der, die immer noch da ist.
Unter all dem, was jeden Tag erledigt werden muss.

Vielleicht musst du gar nicht jemand Neues werden.
Vielleicht ist es nur Zeit, dich selbst wieder ein wenig mehr mitzunehmen.

Hi, ich bin Bernice!

Als Mama, Frau und mit meinem Hintergrund im Gesundheitsbereich weiß ich, wie schnell man sich selbst im Alltag aus dem Blick verlieren kann. Aus vielen eigenen Erfahrungen und meiner Ausbildung heraus schreibe ich über Gesundheit, Balance und das leise Wieder-bei-sich-Ankommen.

Wenn du magst, lies mit

Neue Artikel, ehrliche Impulse und Gedanken direkt in dein Postfach.

    • Der Körper spricht oft leise, bevor er laut werden muss

      Der Körper spricht oft leise, bevor er laut werden muss Die meisten Menschen warten mit Fürsorge viel zu lange. Wie…

    • Nicht jedes Business passt zu jedem Leben

      Nicht jedes Business passt zu jedem Leben Nicht jedes Business ist falsch, nur weil es für dich nicht funktioniert. Das…