Die Frauen, die fast abgesagt hätten: Warum Mut manchmal aussieht wie eine gepackte Tasche im Flur

16 Frauen. Drei Wochen Harz. Ein Jahr Warten bei den meisten. Und am Ende wollten sie alle fast absagen.

Frauen werden nicht dafür belohnt, sich selbst ernst zu nehmen.

Eine gepackte Tasche im Flur. Ein paar gefaltete Shirts, eine Jacke, ein Buch, das sie wahrscheinlich nicht lesen wird, weil ihr Kopf noch zu laut ist.

Dann kommt dieser Gedanke. Leise. Vernünftig. Perfekt getarnt als Verantwortung.

„Vielleicht sollte ich doch nicht fahren.

Nicht, weil sie nicht will. Sondern weil Frauen sehr früh lernen, dass ihr eigenes Wollen erst durch alle anderen Abteilungen muss, bevor es überhaupt zählt. Kinder. Partner. Haushalt. Termine. Erwartungen. Der Blick von Menschen, die „drei Wochen?“ sagen, als hätte sie angekündigt, ihre Familie zu verlassen und in Portugal eine Töpferwerkstatt zu eröffnen.

Also beginnt sie zu verhandeln. Mit sich. Mit ihrem schlechten Gewissen. Mit der Version von sich, die seit Jahren so zuverlässig funktioniert, dass niemand mehr nachfragt, wie.

„Eigentlich geht es mir doch gar nicht so schlecht.“
„Andere brauchen das sicher dringender.“
„Meine Familie braucht mich.“
„Was, wenn ich dort falsch bin?“
„Was, wenn ich übertreibe?“

Die Stimmen kennen wir. Wir kennen sie alle. Wir haben sie irgendwann gesprochen, und wir sprechen sie noch.

Und genau da beginnt die Geschichte. Nicht im Harz. Davor.

Die Lüge, die wie Verantwortung klingt

Es gibt eine Lüge, die viele Frauen so oft wiederholen, dass sie irgendwann wie Reife klingt. Nicht wie Trotz. Nicht wie Verzicht. Wie etwas, das die Frau irgendwann glaubt, weil es die Welt ihr jahrelang vorgebetet hat.

Ich brauche das nicht.

Natürlich nicht. Frauen brauchen offiziell nie etwas. Keine Pause. Kein Zimmer für sich. Keine drei Wochen Abstand. Keine Ruhe, die länger dauert als ein Kaffee zwischen Waschmaschine und Elternabend.

Sie funktionieren. Und genau das ist das Problem. Weil sie funktionieren, sieht niemand, wie viel es kostet. Die Welt nimmt eine funktionierende Frau als gegeben an, als wäre sie eingebaut, wie ein Gerät, das man nur aufstellt und dann vergisst.

Das ist das Problem mit starken Frauen: Sie liefern zu lange Beweise dafür, dass es schon irgendwie geht. Bis alle glauben, es sei leicht. Ist es nicht. Es ist nur gut organisiert. Von ihr.

16 Frauen. Kein Zufall.

Im Harz waren 16 Frauen. Unterschiedliche Leben. Unterschiedliche Geschichten. Keine perfekte Gruppe aus einem Roman, in dem alle sofort seelenverwandt sind und abends barfuß im Kreis ihre Wahrheit tanzen. Zum Glück.

Es waren echte Frauen. Mit Familien. Mit Verantwortung. Mit Dingen, die vor der Abfahrt noch geregelt werden mussten. Mit Menschen im Umfeld, die es verstanden haben. Und mit Menschen, die es nicht verstanden haben.

Die meisten hatten ein Jahr lang darauf gewartet. Und viele wollten kurz vorher absagen. Natürlich wollten sie absagen. Denn kurz bevor eine Frau etwas für sich tut, meldet sich fast immer das alte System. Nicht der Partner. Nicht die Kinder. Nicht der Haushalt. Das System. Es meldet sich leise, mit einer Mischung aus Sorge und Pflichtgefühl, die sich anfühlt wie Vernunft, aber vor allem Kontrolle ist.

Mut sieht selten aus wie Mut

Wir stellen uns Mut falsch vor. Wir denken an Gladiatoren in der Arena, Blut im Gesicht, dramatischer Blick in die Menge. Sehr eindrucksvoll. Sehr weit weg. Sehr Hollywood.

Aber meistens ist Mut viel unspektakulärer. Er sieht aus wie eine Frau, die am Abend vorher noch zweifelt und morgens trotzdem ins Auto steigt. Wie eine Mutter, die ihre Familie liebt und trotzdem fährt. Wie eine Frau, die nicht wartet, bis ihr Körper zusammenbricht, damit ihre Pause endlich offiziell genehmigt ist.

Wir kennen das Bild. Pause gibt es erst, wenn nichts mehr geht. Wenn der Alltag nicht nur voll ist, sondern feindlich wird. Als müsste man sich Erholung erst verdienen, indem man vorher fast daran zerbricht.

Was für ein absurdes Geschäftsmodell. Erst die Erschöpfung. Dann die Reise. Nie umgekehrt. Und jede Frau, die es einmal andersherum probiert, wird misstrauisch beäugt, als hätte sie gegen eine stille Hausordnung verstoßen.

Die Frauen aus dem Harz waren keine Aussteigerinnen

Sie wollten nicht alles hinschmeißen. Sie waren keine Egoistinnen. Sie waren keine Frauen, die ihre Familien weniger lieben.

Sie waren Frauen, die verstanden haben, dass man nicht dauerhaft aus einem leeren Körper heraus geben kann. Dass eine Mutter nicht erst dann wichtig wird, wenn sie nicht mehr kann. Dass Balance nicht bedeutet, alles perfekt zu halten. Balance bedeutet manchmal, sich selbst nicht länger aus der Rechnung zu streichen, auch wenn das Außenstehende als egoistisch interpretieren könnten.

Ich war eine von ihnen

Ich war eine dieser Frauen. Ich sage das nicht, um daraus eine rührende Geschichte zu machen. Ich sage es, weil wir mehr Bilder von Frauen brauchen, die nicht warten, bis sie völlig leer sind, bevor sie sich selbst ernst nehmen. Frauen, die fahren. Obwohl sie fast abgesagt hätten. Frauen, die zurückkommen und nicht mehr ganz so selbstverständlich verschwinden wollen.

Frauen, die verstehen: Mut ist nicht immer laut. Manchmal steht er einfach im Flur.
Als gepackte Tasche.

An meine Mädels aus dem Harz: Es ist eine unglaublich große Bereicherung für mich jeden einzelnen von euch kennengelernt zu haben. Wir haben es oft gesagt: Von Anfang an war eine Verbindung da. Wir saßen im gleichen Boot. Wir durften einfach nur wir sein, mit unserem vollen Rucksack, den jeder von uns trägt. Ihr seid allesamt beeindruckende Frauen! Ich werde sie vermissen, unsere gemeinsamen Ausflüge, unsere Kniffelabende, die tollen Gespräche, das gemeinsame Schwitzen beim Sport und natürlich auch unsere ständigen Flucht vor den Harzer Bremsen 😅. Schön, dass es euch gibt!

PS: Hier dreht sich alles um Balance. Darum wieder zurück in sein Gleichgewicht zu kommen. Es betrifft so viele Bereiche in unserem Leben und in unserem Alltag, was direkten Einfluss auf unser Leben hat. Wenn dieser Text dich bewegt hat, dann bleib gern und teile diesen Raum mit mir!

PPS: Zu einem inneren Gleichgewicht gehört auch unsere Gesundheit. Wenn du Wissen willst, was Balance mit deiner Gesundheit zu tun hat, dann lies dir gern einmal den Artikel Warum NEM bei dir nicht wirken oder spring direkt zur deiner Reise zurück zur Balance.


Hi, ich bin Bernice!

Ich bin Bloggerin, die ein System baut, das für mich arbeitet und nicht umgekehrt! Ich liebe Strategien, die das Leben und die Gesundheit einfacher machen und dir helfen, dabei Geld zu verdienen.

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